Hamburger Clubs: Das KNUST

Der Rest eines Brotes hat viele Namen, zum Beispiel  „Ranftl“ (verwandt mit Rahmen und Rand) in Bayern, „Rändl“ und „Ränftl“ in Sachsen, „Knörzchen“ in Hessen, „Knieschen“ in Rheinland-Pfalz, „Knäppchen“ in NRW und „Kanten“ oder „Knust“ in Norddeutschland. Rundliche, dickliche Gegenstände haben im Deutschen häufig den Anlaut „Kn“, wie beispielsweise die Wörter Knobel, Knolle, Knopf, Knorpel, Knorren, Knospe, oder Knoten. 

In Hamburg hat das Brotende einem Club den Namen gegeben: das KNUST, heute am Neuen Kamp 30 zu finden (an dem Platz, auf dem immer Samstags der Schanzenflohmarkt stattfindet). Der Name stammt aus der Zeit, in der am Tresen kostenlos Brotstücke mit Schmalz gereicht wurden.

Der 1966 eröffnete Laden hatte prominente Gäste: als er noch unter dem Namen JAZZHOUSE lief, wurde Udo Lindenberg hier entdeckt und Inga Rumpfs Folklore-Gruppe „City Preachers“ spielte über ein Jahr lang jeden Sonntag dort; ab 1976 hieß die Location KNUST und feierte u.a. die Geburtsstunde der Band Torfrock, die hier ihr erstens plattdeutsches Lied zur Belustigung des Publikums spielt und der Partyreihe „Engtanzfete“; außerdem traten R.E.M. mit ihren ersten beiden Konzerten im KNUST auf.

Foto: Bernd Freundorfer
Foto: Bernd Freundorfer

in den 90er Jahren spielten viele international bekannte Künstler im KNUST – zum Beispiel Jeff Buckley und Heather Nova. Zu Beginn der 2000er wurde das Gebäude des KNUST abgerissen und in den Räumen des Alten Schlachthofes am Neuen Kamp neu eröffnet. Der teure Umzug und die Schwierigkeiten, plötzlich einen doppelt so großen Club organisieren zu müssen, brachen dem KNUST beinahe das Genick, das jedoch durch Fußballspiel-Übertragungen und Kredite stabilisiert werden konnte.

Das KNUST organisiert seit 2011 auf dem Lattenplatz die akustischen Konzerte aus der eigenen Reihe „Knust Accoustics“ und seit 2014 die „Hamburger Küchensessions“, bei denen es neben Musik auch Kulinarisches  von Jens Pfeiffer gibt. Die Bands haben dabei keine festen Gagen, sondern lassen den Hut rumgehen.

Seit 2015 erinnert das KNUST an den „Jazzhouse-Wochenenden“ mit innovativem Jazz an seine JAZZHOUSE-Wurzeln. Zur Eröffnung dieser Reihe beehrten Bugge Wesseltoft und Johanna Borchert das KNUST.

Foto: Bernd Freundorfer
Foto: Bernd Freundorfer

Hier noch einige Stimmen der Gäste zum KNUST:

„Ich mag den Laden. Alles macht nen sehr spontanen, entspannten Eindruck, ohne dabei völlig verpeilt zu sein. Man ist (bei Konzerten) nah an der Muckke, dem Nachwuchs wird ne Plattform gegeben, renommierte Künstler treten auf, Spiele des FC St. Pauli werden gezeigt…“

„Coole Bar mit kleiner Konzerthalle und Clublocation in einem, die direkt gegenüber der Haltestelle Feldstrasse ist. Hier wird alles mögliche veranstaltet – von Acoustic-Mini-Konzertreihen unter der Woche bis hin zu Kopfhörerpartys und Fahrraddisco, wo man den Strom für die Musik erst erstrampeln muss. Viele gute Ideen, die es hier wirklich nett machen. Draussen ist ausserdem eine Art Hütte vor der Tür, die Bier ausschenkt und Würstchen brutzelt.“

„Ich habe hier unter anderem Blumentopf, Funeral For A Friend, Pennywise und den großartigen ClickClickDecker spielen sehen…Stetig gleich an allen Konzerten egal welcher musikalischen Richtung waren der sehr gut abgestimmte Sound, die – so vorhanden – gute Lichtshow und die mir über die Jahre immer entspannt vorkommenden Mitarbeiter. „

Ihr Lieben, von der Superbude St. Pauli könnt Ihr in 5-10 Minuten zum KNUST laufen. Wir sehen uns dort!

Eure Superbude

Kategorien Allgemein Hamburg Kultur Lifestyle Musik
Inga Lankenau

Hallo liebe Gäste! Ich bin Inga und arbeite als freie Künstlerin, Illustratorin, Dozentin und als Bloggerin für die zauberschöne Superbude. Auf unserem Superbude-Blog könnt ihr mehr über unsere neuesten Frühstücksaufstrichsrezepte, unsere Lieblingsorte und -Veranstaltungen und über Hamburgerisches und Superbudiges erfahren.

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