Abschluss Temorshah Sadotzai & Majid Abdul © Jo Larsson

48h Wilhelmsburg – ein ganzer Stadtteil wird zum Festival

Liebe Gäste,

endlich brummt der Sommer: Hamburg produziert ähnlich viele Events wie Fischbrötchen, im Karoviertel tummeln sich Bummler, St. Pauli wird zum Straßenwohnzimmer, alle feiern den vielversprechenden Sommerbeginn und genießen das extrem seltene Zusammentreffen von lauen Nächten und den hellsten Tagen des Jahres. Wenn Ihr an diesen schönen Tagen neue Ecken unserer Hansestadt entdecken wollt, gibt es dazu am kommenden Wochenende eine wunderbare Gelegenheit: vom 8. bis zum 10 Juni wird der gesamte Stadtteil Wilhelmsburg auf der Elbinsel zu einem bunten Festival: 48h Wilhelmsburg!

Cafe Pause © Jo Larsson
Cafe Pause © Jo Larsson

Passend zum Multikulti-Stadtteil könnt Ihr am kommenden Wochenende auf der Elbinsel unter dem Motto „listen to you neigbourhood“ an unterschiedlichen Orten, auf Spaziergängen und Radtouren und beim Schlendern durch die Viertel eine Vielzahl an Konzerten erleben, die sich aus einem breiten musikalischen Spektrum bedienen. Das Ganze geht genau 48 Stunden lang und beginnt am Freitag, den 8. Juni um 18 Uhr.

Session am alten Elbtunnel / Foto: Jan Linnemann
Session am alten Elbtunnel / Foto: Jan Linnemann

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung vom Netzwerk Musik von den Elbinseln, das lokale Musiker fördert. So spielen während des zweitägigen Musikfestes vornehmlich Musiker, die die Elbinseln Wilhelmsburg, Veddel, Neuhof, kleiner Graasbrook, Steinwerder und Kattwyk als ihre alte oder neue Heimat betrachten oder einen engen Bezug zu ihnen haben. 48 Stunden Wilhelmsburg versteht sich als Festival, das von den Menschen vor Ort gestaltet wird und den interkulturellen Austausch über die Musik fördert, ohne dafür künstliche Bühnen oder Futterbuden zu bauen: alle Konzerte spielen u.a. in Ateliers, leerstehenden Räumen oder Friseursalons;  für die Verpflegung stehen die ohnehin reichlich vorhandenen lokalen Anbieter zur Verfügung. Alle Veranstaltungen sind kostenlos – allerdings kann für 5 Euro ein Unterstützer-Festvalbändchen erworben und der ein oder andere Hut mit einer Spende beglückt werden.

Piho Hupo Buecherhalle Wilhelmsburg © Jo Larsson
Piho Hupo Buecherhalle Wilhelmsburg © Jo Larsson

Aus der Musik lässt sich vieles herauslesen, was zum Inselalltag gehört: das Zusammenleben verschiedenster Nationalitäten und Kulturen, das Leben zwischen Land und Wasser, ein abendlicher Klönschnack auf der Haustreppe mit einem Bier von einem der 50 Kioske der Straße, oder der tägliche, im Verhältnis zur Entfernung recht zeitintensive Weg von Insel zu Festland und zurück – für die Meisten mit der Fähre, mit dem häufig hoffnungslos überfüllten Bus „Wilde 13“ oder mit dem Rad durch die extrem urbane Hafenromantik und durch den Alten Elbtunnel, wo die unterschiedlichen Bedürfnisse der Touristen (schlendern, gucken und fotografieren) mit jenen der Wilhelmsburger (mit 50 Sachen auf dem Rennrad vorankommen) oftmals arg kollidieren.

Hafenblick © Jo Larsson
Hafenblick © Jo Larsson

Dieses Inselleben könnt Ihr, untermalt von Stoner-Rock, Dubstep, Klezmer, Balkan Beats, Pop, Folk, klassischer türkischer Musik, plattdeutschem Rap und vielen anderen Mixturen aus aller Welt für Euch entdecken. Ihr werdet in Wilhelmsburg viele neue Aspekte der Metropole Hamburg erleben, die die Insel und ihre Bewohner absolut einzigartig machen.

Kuckucksteich / Foto: Jan Linnemann
Kuckucksteich / Foto: Jan Linnemann

Ich wünsche Euch dort besonders, dass Ihr auf Eurer Entdeckungstour neben der Musik auch den Leuten direkt begegnet – vielleicht haben sie ein paar Stories aus der Honigfabrik, vom Energiebunker, vom Zinn-Flohmarkt, von Minitopia, von einer kleinen Wohnwagensauna und anderen lokalen Projekten für euch parat.

Barkassenfahrt / Foto: Jo Larsson
Barkassenfahrt / Foto: Jo Larsson

Ich freue mich, wenn ich Euch mit diesem Bericht auf eine einzigartige Entdeckungsreise neugierig gemacht habe und hoffe, dass Ihr kommendes Wochenende einen kleinen Abstecher zu den Elbinseln machen werdet! Von beiden Superbuden aus fahrt ihr dazu am besten mit der S-Bahn bis zur Station Veddel und nehmt von dort aus die wilde 13, z.B. bis zum Stübenplatz. Alternativ verknüpft Ihr das Ganze mit einer urbanen Radtour. Fahrt dazu einfach durch den Alten Elbtunnel; an diesem Tag werdet Ihr danach von selbst durch Hipster auf hippen Fahrrädern auf den richtigen Weg ins Inselinnere gelenkt.

Eure Inga aus den Superbuden

Nächste Woche geht’s hier im Blog um ein typisches Hamburger Gericht: die Maischolle!

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