ReCelebration – The Fashion Slam in der Superbude St. Pauli

Moin liebe Gäste,

wie Ihr in unserem Blog die Geschichte der Superbuden genauer nachlesen könnt, wurden die Superbuden von Anfang an als kreative Hotel – WGs mit DIY-Upcycling-Elementen konzipiert. Gemeinsam mit verschiedenen Koop-Partnern und unter Leitung des Innendesign-Büros DREIMETA wurden Astra-Kisten und Schubkarren zu Sitzgelegenheiten und Flip Flops zu Zeitungshaltern. Für eine Sitzecke entlang der Wand des Kitchenclubs der Superbude St. Pauli haben wir eine Menge Levi’s®-Jeans gesponsert bekommen. Um den Upcycling-Gedanken und und den 145. Geburtstags der Levi’s® 501® Jeans zu feiern, haben wir letzten Donnerstag (am 17. Mai) eine besondere Party gefeiert: „ReCelebration – The Fashion Slam“.

Unsere Jeanswand im Kitchenclub der Superbude St. Pauli
Unsere Jeanswand im Kitchenclub der Superbude St. Pauli

Dazu haben wir unsere Poetry-Slam-Freunde von Kampf der Künste in neu zusammengenähte Levi’s®-Designs gesteckt und sie gebeten, uns eine kleine Mode-Slam-Show mit alten, neuen Texten zu präsentieren. Das Ganze wurde ein witziges Mashup aus Poetry-Slam, Modeshow und Upcycling-Event, eine Erinnerung daran, dass man sowohl alten Texten als auch alter Kleidung neues Leben einhauchen kann – und ein Riesenspaß.

Moderator Hinnerk Köhn
Moderator Hinnerk Köhn (vorne rechts)

Und dann die ganzen Geschichten! Den Start machte unser Moderator des Abends, Hinnerk Köhn, mit einer kritischen Beäugung der Kleidung von deutschen Politikern, gefolgt von Rasmus von Blohms Slam: „vom gutbürgerlichen deutschen Wohnzimmer, mit Schrankwand und Loewe Fernseher, dort röhrt urtümlich der Hirsch aus dem Rahmen, in Öl gemalte Gebirgspanoramen triefen nostalgisch aus groben Poren, hier scheint der Krieg noch nicht verloren, seit Jahrzehnten hausen hier die gleichen runzligen Halbtoten, mahnend auf dem Regal eine Urne mit Ahnenasche, sowas nennt man Atmosphäre, hier weiß man noch nichts von Tofu und gesellschaftlichen Zwängen, über dem Grundstück geiern die Erben. die Krankenakte sorgt für Gesprächsstoff, die Sinne verwelken zu braunem Eichenlaub, Demokratie ist eine Modeerscheinung, nikotingegerbte Jalousien, ein paar Erstsemester aus Berlin wollen herziehen….“ (aufgrund des schnell laufenden Redeflusses ist der Text nur in Bruchstücken wiedergegeben – aber man versteht, worum es geht!)

Darauf folgte Slammerin Victoria mit einigen Handarbeitsgedichten à la „Übers Nähen kann man krähen, oder man kann es nicht (…) aber wer näht ist nicht ganz dicht…Beim Stricken kann man nicken, oder man kann es auch nicht, aber beim stricken, das ist nachgewiesen, bekommt man im alter Gicht“…eine amüsante kleine Hommage an die Handarbeit, die ganz famos in das Rahmenprogramm passte.

Viktoria präsentiert Handarbeitsgedichte
Victoria präsentiert Handarbeitsgedichte

Der nächste auf dem Slam-Catwalk war Julian: „ich bin Julian und habe eine Auffangstation für geschundene Wörter, zum Beispiel authentisch, ich habe es so oft hören müssen bis es mir bitter auf der Zunge gebrannt hat…..es wurde irgendwann zu Autan (…) Authentisch ist das neue scheiße, genauso wie die Wörter ‚Erlebnishotel‘, ‚Erlebnisrestaurant‘, ‚Erlebnisdusche‘. Wenn man in seinem Leben so wenig erlebt, dass ein anderer Duschkopf das Leben nachhaltig verbessern würde (…).“ So präsentierte Julian einen Text über das Echte, während daneben eine Nähmaschine klapperte und echte, alte Kleidung zu neuer Mode zusammennähte.

Echte Handarbeit vor Ort
Echte Handarbeit vor Ort

Helge, der nächste Künstler, slammte übers Recycling in Deutschland: „die Leute fühlen sich obergeil wenn sie gelbe Säcke rausbringen, und dann landet doch alles in der Schlei (…) ihr denkt ihr seid glücklicher im Süden, aber wir, wir haben den grünen Punkt! Das sieht doch schon aus wie das Yin Yang symbol! (…) Sollen die Leute doch aus Käsereiben Lampenschirme machen, total schick, oder an der Tschechischen Grenze aus alten Reifen Crystal Meth kochen (…) Containern ist verboten, warum weiß man nicht. Darf man eigentlich im eigenen Hausmüll containern? (…) Wir brauchen auch Upcycling im Gehirn!“

Von Lucia folgte ein Text über einen versuchten Jeanskauf und die Unmöglichkeit, neue Kleidung zu kaufen, die nicht gebraucht aussieht: „stonewashed bedeutet, dass innerhalb von ein paar Tagen echte Löcher entstehen…..aber ich suche eine normale Jeans….es tut mir leid, aber heile Kleidung haben wir nur in der Männerabteilung bei den Sportsachen (…) Möchten Sie vielleicht eine Janzughose? Das ist eine Anzughose aus Jeansstoff(…)“

Den letzten Text, gemeinsam mit dem abgefahrendsten Outfit des Abends, präsentiert die junge Slammerin Svea – sie spricht über das Jung-Sein und den Zwang, cool sein zu müssen.

Svea im crazy Jeanslook
Svea im crazy Jeanslook

Die Zuschauer hatten an diesem Abend ganz offensichtlich ihre Freude an der ungewöhnlichen Show – und bekamen dazu noch einen Levi’s®-Beutel mit Hamburg- oder St. Pauli-Shirt und ein paar Slam-Einladungen.

Danke für den witzig-schräg-schönen Abend an unsere Freunde von Levi’s® und Kampf der Künste!

Alle Slammer und in der Mitte die Autorin dieses Textes, die noch schnell ein Foto machen wollte
Alle Slammer und in der Mitte die Autorin dieses Textes, die noch schnell ein Foto machen wollte

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