Vorhang auf für die Superbude St. Georg!

Na, das war eine Sause, der zehnte Geburtstag der Superbude St. Georg! Auf unserer Facebook-Seite gibt’s ein Crew-Video und eines über die Verfolgung eines grandiosen Flaschenpost-Jubiläumsgeschenkes von Dresden nach Hamburg! Pünktlich zum Geburtstag wurden alle Buden noch einmal durch ein paar hundert Meter Stoff hübscher – welche Geschichte da hintersteckt, erfahrt Ihr hier…und ich hoffe, dass Ihr nach diesem Blog denken werdet: so viel habe ich noch nie über Hotelzimmervorhänge erfahren! Und: welche Geschichten stecken dann wohl hinter den Astra-Höckern, den Schaffellschubkarren oder den Jeanswänden?

Lisa und Leni lernten sich einst im Molotow kennen, wo sie beide auflegten und am Tresen arbeiteten. Sie planten zusammen kleinere Veranstaltungen im Club und entdeckten ihr gemeinsames Interesse für Handarbeit und Textilien.

Beide hatten im Textildesign-Bereich bereits einige Erfahrungen gesammelt – Lisa liebt handgenähte Unikate und hat mit spirelli-wear ihr eigenes kleines Unterwäsche-Label gegründet. Spirelli wear entstand, als Lisa ihre alten Band-Shirts zu Unterhosen umnähte und so ihre Begeisterung für Einzelstücke entdeckte. Auf Ihrer Seite könnt Ihr Euch nun Eure ganz persönliche Unterwäsche nähen lassen oder welche aus ihrem liebevoll zusammengestellten Sortiment auswählen, falls Ihr ein besonderes Souvenir während Eures Hamburg-Urlaubes sucht! Leni arbeitet als Textildesignerin, hat das Merchandise für den Hamburger Musikladen Hanseplatte gestaltet und macht momentan ein Praktikum in Peru, wo sie Frauen vor Ort darin unterstützt, die Strukturen und Produktionsabläufe ihrer handwerklichen Arbeit zu professionalisieren. Nach ihrer Rückkehr wird sie für die Leuchtfeuer-Strickerei in der Nähe von Bremen arbeiten. Während ihres Textildesign-Studiums beschäftigte sie sich mit der Kombination verschiedener Materialien und deren besonderen Eigenschaften.

Der Kontakt zur Superbude und der erste große Auftrag für das Textildesigner-Duo lief über Jörn, den Manager der Superbuden, der die beiden innerhalb seines unerschöpflichen Netzwerkes aufgespürt hatte. Mit einem Mal standen Lisa und Leni vor der Aufgabe, für 73 Zimmer mit 3 Meter hohen Decken jeweils 2 Vorhänge zu nähen, die bis zum Boden reichen sollten. Anfänglich spielten sie noch mit dem Gedanken, die Vorhänge zu Hause mit zwei Maschinen zu nähen – doch allein die Bearbeitung von 800 Metern Stoff in einem 16 qm -Zimmer erschien ihnen schnell als wenig praktikabel. Auch die zeitliche Planung sprach gegen die Idee. So suchten sich die beiden Hilfe bei der Näherei Föderation des Schönen in Hamburg-Bahrenfeld.

Nun begann die heiße Phase des Projektes – Lisa übernahm die Koordination, sie kalkulierte, verhandelte Preise und plante den zeitlichen Ablauf. Leni beschäftigte sich mit dem kreativen Teil und überlegte, wie die Vorhänge in die Innenwelten der Superbude St. Georg integriert werden könnten.

Schnell wurden die beiden mit den üblichen Problemen eines größeren Projektes konfrontiert – welche der vielen tollen Ideen ist wirklich umsetzbar und sinnvoll? Eine große Menge an alten Stoffen oder LKW-Planen zum Upcyclen, was sehr in das Konzept der Buden gepasst hätte, konnte in der Zeit nicht aufgetrieben werden und wäre zu einem riesigen logistischen Aufwand geworden. Gelbe Vorhänge hätten ebenfalls gestalterisch super gepasst, allerdings sollte der Stoff die Hotelzimmer wirkungsvoll verdunkeln können, falls Gäste tagsüber schlafen möchten. So entschieden sich die beiden für einen dunkelgrauen Blackout-Stoff aus beschichtetem Polyester und bestellten ihn beim Händler.

Stoff-Varianten
Stoff-Varianten

Auch ein großflächiger Bedruck mit einem alten Stadtplan von St. Georg stellte sich als zu aufwändig heraus; daraufhin entschied man sich für ein kleines Ad-On des Stadtplans als Siebdruck, mit einer wasserbasierten Siebdruckfarbe. So können die Vorhänge auch bei 30 Grad gewaschen werden.

Auch mit Hilfe der Föderation des Schönen war die Logistik des Vorhangprojektes nicht zu unterschätzen – allein das Sortieren der Vorhänge, das Durchstempeln mit den richtigen Zimmernummern und das Bedrucken der ausgewählten Vorhänge war eine Herausforderung – wir hoffen aber, dass Ihr, liebe Gäste, nun auch bei Sonnenlicht ganz wunderbar bei uns schlafen könnt und bedanken uns bei Leni und Lisa für die tolle Umsetzung!

Eure Superbude

 

 

 

Kategorien Allgemein
Inga Lankenau

Hallo liebe Gäste! Ich bin Inga und arbeite als freie Künstlerin, Illustratorin, Dozentin und als Bloggerin für die zauberschöne Superbude. Auf unserem Superbude-Blog könnt ihr mehr über unsere neuesten Frühstücksaufstrichsrezepte, unsere Lieblingsorte und -Veranstaltungen und über Hamburgerisches und Superbudiges erfahren.

2 Kommentare zu “Vorhang auf für die Superbude St. Georg!

  1. Cooles Projekt. Die Detailverliebtheit ist schon toll. Warum wäre es zu aufwendig, einen Druck des alten Stadtplans zu machen?

    • Inga Lankenau

      Hallo Eileen, ein großformatiger Druck wäre zu aufwändig gewesen, bei der Anzahl an Vorhängen. Einen kleinen Druck haben wir jetzt ja!
      Viele Grüße aus der Superbude!
      Inga

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