Die Geschichte der Superbuden

Seit ziemlich genau zehn Jahren gibt es die Superbude St. Georg; im Februar 2018 feierte die Superbude St. Pauli ihren 6. Geburtstag mit Basilikumlimo und Gin. Bisher waren es ereignisreiche Jahre, in denen die Superbuden ein paar Metamorphosen durchgegangen und bunter und erwachsener geworden sind. Mit den Jahren sind regelmäßige Events, eine Unzahl an Geschichten und eine ganze Reihe gefüllter Gästebücher hinzugekommen. Wir haben Reisende mit faszinierenden Geschichten bei uns beherbergt, durften Location für James Bays erstes Deutschlandkonzert spielen, haben bei einer Rallye bis zum Nordkap und bei der Ice Bucket Challenge mitgemacht und den Geo Saison Award sowie viele treue Stammgäste gewonnen. Mittlerweile sind wir sowohl für viele Gäste als auch für Hamburger zum Lieblingswohnzimmer außerhalb der eigenen vier Wände geworden. Das macht uns glücklich. Ich möchte Euch hier erzählen, wie es zu all dem gekommen ist…

Seit ich für die Superbuden schreibe – seit etwa vier Jahren also – ist mir eine besondere Eigenschaft dieses Hostels und seiner Mitarbeiter immer wieder aufgefallen: der Vertrauensvorschuss. Nach meiner Wahrnehmung zieht sich das Vertrauen in Menschen durch die gesamte Geschichte der beiden Superbuden.

Das begann bereits mit dem Grundstein: als Kai Hollmann, Geschäftsführer der Fortune Hotels, mit den Superbuden ein neues Hotelkonzept erdachte, begegnete er an der Rezeption des 25hours Number One Hotels in Bahrenfeld Jörn, der sich schon mit einem beschriebenen, aufsteigenden Heliumballon vielsagend beworben hatte.

Jörn in der Superbude St. Pauli
Jörn in der Superbude St. Pauli

Jörn hatte bereits in Neuseeland und Australien Hostel-Erfahrung gesammelt und hatte durch seine Familie – sein Vater war ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutschen Jugendherbergswerks DJH – die Hotellerie ohnehin im Blut. Kai vertraute in diese Erfahrungen ebenso wie in Jörns Energie und Ideenreichtum und übergab dem Rezeptionisten Planung und Management der Superbude St. Georg. Gemeinsam holten sie das innovative Innendesignbüro DREIMETA mit ins Boot, das – ebenfalls beflügelt durch einen gehörigen Vertrauensvorschuss – die Idee einer kreativen Hotel – WG mit DIY-Upcycling-Elementen realisierte. Dabei sollte auch der Spagat zwischen Hotel und Hostel geschafft werden – denn ursprünglich hatte Jörn ein Hostel mit Automaten für Bettdecken im Kopf, während Kai keine Betten ohne Bettwäsche und auch keine Vielbettzimmer haben wollte.

Gemütliche Kitchenclub-WG heute
Gemütliche Kitchenclub-WG heute

Die Idee einer gemütlichen WG findet sich durchgängig in den Superbuden: vom immer kostenlos verfügbaren Nutellabrot – Freunde lässt man nicht hungrig schlafen – über Bierkisten zum Sitzen, über die Küche (Kitchenclub) als Begegnungsstätte bis hin zu all den kleinen Elementen wie Magazine, Spiele, umfunktionierte Flip Flops und Klopömpelgarderoben. Auch die Wohnzimmerkonzerte, der gestalterische Humor und die Selbstbedienung am Kühlschrank gehören in dieses Konzept. Hier findet sich ebenfalls der Vertrauensvorschuss wieder: niemand kontrolliert, ob ein Gast gefrühstückt oder welchen Drink er sich genommen hat. Besonders schön ist dann die Erfahrung, dass Ihr, liebe Gäste, uns dieses Vertrauen zurückgebt.

Frühstück zum Selbstbedienung auf Vertrauensbasis
Frühstück zur Selbstbedienung auf Vertrauensbasis

Die Superbude St. Georg eröffnete am 18. April 2008, geführt von einem Team aus Jörn und 7 Freunden. Das Konzept wurde recht schnell zum Erfolg: drei Jahre in Folge gewann die Mutter der Superbuden Awards für das beste Interieur in Lobby und Lounge und wurde durch ihre Gemütlichkeit und die Ein- bis Sechsbettzimmer schnell bei Backpackern, Individualreisenden, Familien, Businessreisenden auf der Suche nach Individualität sowie bei Bands und Künstlern beliebt. Das Netzwerk erweiterte sich auch durch die Gäste schnell und führte zu vielseitigen Kontakten und Kooperationen.

Bald begann die Suche nach einem zweiten Standort. Man wurde mitten in St. Pauli fündig: das ehemalige Fernmeldeamt wurde von der Telekom teilweise verkauft. So konnte die Superbude St. Pauli einziehen und 2012 eröffnen. Die gelben Holzwände sollen hier an die Postfarbe erinnern; auf dem Lobbyboden sind die Trennungen der Büroabteile noch immer zu sehen.

Schubkarren mit Schafsfellen
Lobby in St. Pauli – mit Spuren aus der Vergangenheit
Paloma-Bude
Paloma-Bude

Beide Buden bekamen über die Jahre das ein oder andere Extra hinzu: Themenbuden wie die Astra Rockstarsuite, die Fritz-Bude, die Palomabude und die Superkiste wurden gestaltet; die Superbude St. Georg durchlief einen Relaunch, der Soundkuchen entwickelte sich zu einer festen Event-Instanz und fand im Konzert von James Bay ein herausragendes Highlight: 400 Besucher, erstes Konzert in Deutschland, bei uns durch die Decke gestartet. Heute finden viele verschiedene Events wie Kinoabende, Rumtastings, Lesungen und Konzerte bei uns statt. 2015 gab es dann eine Auszeichnung für St. Pauli: die zweite Superbude gewann den Geo Saison Award! .

Ihr seht: wir haben eine bewegte Geschichte hinter uns. Mit Leben gefüllt wurde sie auch von Euch, von Euren Erlebnissen und Geschichten. Wir freuen uns, wenn wir immer wieder ein Wohnzimmer für Euch sein dürfen!

Eure Superbude.

Nächste Woche geht’s hier im Blog um den Graffittikünstler Lapiz.

 

 

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