Mojo öffnet die Tore

Mojo Club: Tanzhalle unter der Erde

Reeperbahn 1 – schwarze M’s markieren tagsüber zwei gekrümmte Flächen zu Füßen der Tanzenden Türme. Sie wirken wie provokant deutlich markierte Eingänge zum High-Tech-Labor des ansässigen Superhelden, der vom Thrill der geheimen Identität lebt und diesen durch deutliche Hinweise auf seine selbst kreierte Adresse zu steigern sucht.

Nachts öffnen sich die Tore und führen hinab; lange Schlangen winden sich vor den geöffneten Rampen und treiben in die Tiefe – hinein in den Mojo Club, den unterirdischen Glücksbehälter der Reeperbahn.

Gotta get my mojo runnin

Wie fing das an? 1989 entstand der Club aus Ideen, Pioniergeist, Magie und Glück. Schnell zog er in ein altes Bowlingcenter am östlichsten Ende der Reeperbahn, wo er bis 2003 Dancefloor-Jazz, Acid Jazz, Soul, Bossa Nova, HipHop, aber auch Lesungen (Urban Poetry, Macht Club) oder gar Puppenspiele in den hanseatischen Äther pumpte. Von Beginn an umgab den Reeperbahn-Talisman eine spielwiesige Experimentierfreude. Künstlerische Projekte sollten das Nachtleben durchschwärmen.

I got my mojo working

2013 lief der Jazz-Motor eine Etage tiefer erneut an, wo er bis heute brummt. Seitdem schmückten so verschiedene Künstler wie Hundreds, Samy Deluxe, Suzanne Vega, die NDR Bigband, Nightmares On Wax, Flo Motion oder Phrasenmänner die Mojo-Landschaft. Der Fokus ist wie gehabt jazzig, soulig und zeitgenössisch elektronisch, mit offenem Blick für Perlen aus anderen Genres – und Hauptsache mit Seele und Wärme.

bar

the mojo pin

Warum macht das süchtig? Die amtliche Mojo Club -Sucht ergibt sich aus der Mischung äußerst ausgewählter Acts, dem interessierten, entspannten und nicht allzu jungen Publikum, das im besten Falle bis tief in die Nacht seinen Feier-Anspruch aufrechterhält, und der Beton-Rundfunksaal-Scala-Location, die eine unterirdische Magie verbreitet – als befände man sich tatsächlich inmitten eines Glücksbehälters. Hinzu kommen einige abrundende Details wie die eigene Mojo-Cola (wenig Zucker, mittelviel Koffein und viel Kohlensäure für fitte Langstreckenfeierei), argentinischer Puro-Wein oder das Bassedanse-Project, das die Tanz- und Performance-Kunst in die Clubwelt holt. Eine solche Mischung erfordert offensichtlich Geschmack und Verliebtheit in das eigene Projekt. Folgendes letzte Detail lässt den mojo pin möglicherweise endgültig unter Eure Haut fahren: der Reiz dieser wahrnehmungsverändernden, kaleidoskopartigen Brille, durch die man die Ereignisse auf der Reeperbahn deuten kann. Gleich unter den Tanzenden Türmen, die man durch diese Brille mal als Gentrifizierungs-Symbol, mal als waghalsige, architekturgewordene Tango-Tänze sieht, befindet sich ein Club, den man sowohl als Maschinenraum dieser Tanzenden Türme, als auch als Instanz wahrnehmen kann, die der gesichtslosen Filettierung des Kiezes durch Fillialisierung ein durchdachtes Programm auf die klebrige Ballermann-Standardgetränkekarte pfeffert – und dabei provokant auf seinen immensen Stahlfedern wippt, auf denen er geräuschlos thront wie eine Innenwelt in der Unterwelt.

Der Mojo Club ist von der Superbude St. Pauli etwa 10-15 Gehminuten entfernt (dabei könnt Ihr auf dem Weg wunderbar durch die Schanze und St. Pauli schlendern und Euch in famosen Hamburger Bars einen ersten Drink gönnen). Von der Superbude St. Georg aus braucht ihr etwa 20-25 Minuten (U3 vom Berliner Tor bis St. Pauli).

Wir wünschen Euch ein gutes wildes Leben und jede Menge Glück, eine der magischsten Nächte Eures Hamburg-Trips im Mojo Club zu erleben!

Eure Lieblings -Superbude

Nächste Woche stellen wir Euch hier unseren November- Aufstrich vor!

1 Kommentar zu “Mojo Club: Tanzhalle unter der Erde

  1. danke schön … habe mich oft gefragt, was wohl unter dem M ist … 🙂

    mit den besten grüßen aus der hamburger neustadt, bernd

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