Wunderponton

Alice im Wundercafé

Im Entenwerder Park, ganz in der Nähe der Elbbrücken, laufen unbedarfte Jogger und Spaziergänger mit sich balgenden Hunden herum; viele von ihnen sind die Schritte über den langen Steg am Parkesrand niemals gegangen – und haben so auch das Wunderland niemals betreten, dass sich hinter den harmlosen Bäumlein und Sträuchlein und possierlichen Aussichten auf die Norderelbe und den Peutehafen verbirgt. Für Entdecker auf Sommerurlaub fängt hier jedoch eine neue Welt an…

In einem wirklichen Wunderland erscheinen die Dinge in wechselnden Proportionen und wechselndem Licht. Der Besucher wird von diesem Gefühl von Magie heimgesucht, das den Augenblick zu einem langen Zeitraum erhebt und dazu führt, dass man sich unwillkürlich die Augen reibt. Besonders schön ist es, dass man im Entenwerder 1 in diesem Zustand der Entrücktheit realen, herrlichen Kaffee, Käsekuchen, Bulgur-Zucchini-Salat oder gelbe Linsensuppe bekommt.

Das Café Entenwerder 1 ist tatsächlich ein Wunderland – Und wer kann ein solches besser beschreiben als Alice? Nach einem Studium in den Niederlanden und Südafrika und mitten im 10-monatigen Praktikum in der Superbude St. Georg (zu der sie durch 3D-Brillen fand), sitzt Alice nun entspannt in einem alten Flugzeugsitz, trinkt mit mir einen Kaffee und betrachtet den goldenen Pavillon, der sich riesig, glänzend und luftig über uns wölbt wie ein umgekehrtes Firmament.

Alice im Wundercafé
Alice im Wundercafé

Ihr Lieblings-Café hat Alice auf verstrickten Pfaden entdeckt. Ihre Familie ist befreundet mit den Gründern der schwimmenden Wunderoase; Alices Mutter hegt und pflegt als Landschaftsarchitektin die geheimnisvoll auf dem gesamten Ponton sprießenden, leuchtend blühenden Gewächse, die schon auf dem Festland, gesammelt und fein zusammengestellt in einem alten Holzwagen, verheißungsvoll von einer geheimnisvollen Welt direkt um die Ecke wispern.

Verheißung und ein gut gestalteter Aufkleber
Verheißung und ein gut gestalteter Aufkleber

Wer über den Holzsteg hinter dem Blumenwagen Richtung Entenwerder 1 schreitet und das schwimmende Kleinod aus goldenen Zeiten betritt, der wandert durch Kaffee- und Blumenduft an einer unikaten Vielzahl bunter Möbelstücke vorbei, die so wirken als hätten sie, jedes für sich, eine unterschiedliche Menge an Zauberpilzen konsumiert und wären dadurch zu einem geschrumpften, gewachsenen, verfärbten und sehr speziellen Einzelstück geworden.

Zauberstücke
Zauberstücke

Ähnlich geht es weiter mit dem Hauptgebäude. Aus einem kleinen, pinken Container ist im letzten Sommer plötzlich ein haushoher, goldener Pavillon geworden, der zu einer anderen Zeit irgendwo in Münster auf einer Skulpturenausstellung stand und eingeschmolzen werden sollte. Das Kleinod glitzert in der Sonne elbphilharmonisch und wird, umschwommen von im Goldglanz zu Erscheinungen gewordenen, eigentlich industriegrauen Entenwerder Enten, von kleinen Elbpiraten bewacht.

Entengold
Entengold

Die Vision des Hochseeseglers und Modeunternehmers Thomas Friese (Thomas-i-Punkt), der gemeinsam mit seiner Tochter Alexandra diesen Ort erschaffen hat, schließt nämlich neben dem Café eine Segelschule für finanziell benachteiligte Kinder und Jugendliche mit ein, die von den Einnahmen aus dem Entenwerder 1 unterstützt wird.

Alice hat dieses wundersame Café mit seinen luftigen Etagen, den bunten Kissen, den Maschinen aus uralten Zeiten, der modernen Architektur und der herrlichen Blumen einigen Hamburg-Wochenend-Gästen als absoluten Geheimtipp empfohlen. Hier ist es bei jedem Wetter schön, teilt sie mir mit, und ich pflichte ihr bei, denn wir werden plötzlich von einem Sturm umpeitscht und der Pavillon verwandelt sich in eine Windorgel und die Aussicht auf das aufgewühlte Wasser unter uns wird unerträglich romantisch. Alices Gäste, mich eingeschlossen, sind allesamt verzaubert…

Liebe Gäste der Superbuden, wenn Ihr einen wirklich magischen Kaffee trinken wollt; abseits der Schanzen-, Karo-, Backpacker- Tourismus- und St. Pauli-Pfade, dann solltet Ihr ihn hier trinken – ich verspreche Euch, dass sich die Anreise aus den bekannteren Vierteln Hamburgs unbedingt lohnt! An Sommerabenden wird im Entenwerder 1 außerdem oft gegrillt – eine kleine Bar gibt’s auch.

Mehr über das Entenwerder 1 könnt Ihr auf der Facebookseite des Cafes oder in Zeitungslobeshymmnen erfahren.

Übrigens: der HafenCity RiverBus, eine neue Hamburger Amphibienfahrzeug-Attraktion, wird direkt beim Entenwerder 1 von einem Bus zum Schiff und umgekehrt – ein weiteres kleines Wunder.

Das Café Entenwerder 1 ist Montag bis Freitag von 12- 22 Uhr, und am Wochenende von 10 – 18 Uhr geöffnet.

Wir wünschen Euch, dass Eure Hamburg-Reise viele Wunder für Euch in sich birgt – und vielleicht auch dieses wundersame Café abseits der Standardrouten der Touristen. Oder ein Einhorn:

Einhorn
Einhorn

nächste Woche  geht’s hier im Blog um die Klangkojoten!

Eure Inga aus Eurem Lieblingshostel

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