Zu Hause in der Superbude – unsere Stammgäste

Auf dem Weg zur Superbude St. Georg ruft Andreas seine Frau an: „ich meld mich, wenn ich zu Hause bin!“. Andreas, Uli, Sascha, Rico und einige andere laufen jeden Montag mit Rollkoffern, Reisewasserkochern und Vorfreude auf die Ben&Jerry’s-Truhe von der Spaldingstraße durch den leuchtenden Leerdammer-Tunnel Richtung Rezeption. Sie schlafen öfter im Hotel als daheim und verstehen sich als die Ur-Mitbewohner der Superbude St. Georg…

„Man will ja dass zu Hause alles läuft“, erklärt Andreas und hilft mit seiner 3,5-jährigen Superbudenerfahrung der gerade frisch eingestellten Stephie, den von Unbekannten aus Versehen ausgelösten Notausgangalarm fachkundig auszuschalten. Als langjähriger Mitbewohner weiß man, wie das Schiff sich steuern lässt, man erlebt die ersten Tage neuer Mitarbeiter und genießt mit dem grillenden Hausmeister alljährlich die Sommerabende im Innenhof auf den Holzbänken neben leuchtenden Blumenkanistern oder auf der Dachterrasse.

Sascha kennt die Superbude seit ihrer Eröffnung und hat schätzungsweise 200 Werktagswochen bei uns verbracht. Da wird man durchaus einmal mit dem Personal verwechselt, denn die Stammgastrunde mischt sich des Öfteren auch mit dem Team der Superbude. „Das Hotel ist so ausgelegt dass man sich auch begegnet und ins Gespräch kommt, das Bier ist günstig und die Mitarbeiter nett – deshalb kommen wir wieder, auch wenn es keine Sauna und keinen Swimmingpool gibt“, erklärt man mir einstimmig.

Uli, Rico und Sascha in ihrem Wohnzimmer
Uli, Rico und Sascha in ihrem Wohnzimmer

Uli bewohnt die Superbude St. Georg seit eineinhalb Jahren und verbrachte sogar eine der Nächte im DOMO – was Sascha dazu herausforderte, es ihm bei 10 Grad weniger gleichzutunn. Wie die anderen Stammbewohner arbeiten Uli und Sascha als IT-Consultants und richten Software und Datenbanken in verschiedenen Unternehmen ein. Man kann sich fast sicher sein, so erklärt mir die Runde, dass Dauerhotelbewohner meistens Monteure oder IT-ler sind.

ITler, so erklärt man mir, treffen sich besonders gerne in Bibelkreisen. IT-Bibelkreise beschäftigen sich unter Anderem mit Männerrundengesprächen und dem Inhalt von Müller 3, dem „personifizierten Absturz“. Sascha und Uli begegneten sich einst in einem solchen Bibelkreis. Als Sascha bereits 6 Jahre lang in der Superbude St Georg gewohnt hatte, saß er eines Abends gemeinsam mit Uli, der an diesem denkwürdigen Tag die Georg-Bude kennenlernen sollte, und dem Rest des Bibelkreises beim Portugiesen und genoss das sensationelle WM-Spiel Deutschland-Brasilien (man erinnert sich lebhaft!).

Die Runde zog nach dem Spiel vierfüßig in die Superbude St. Georg und sackte dort in sich zusammen. Der darauffolgende kateröse Morgen, zurück in seinem Hostel, mit „Bitte nicht stören“-Schild an der Hoteltür und mitfühlenden Blicken, ist Uli als wenig beschaulich in Erinnerung geblieben; die Superbude St. Georg hatte jedoch offensichtlich einen nicht vollständig klaren, jedoch allgemein guten Gesamteindruck hinterlassen; vielleicht wie ein nebeliger Morgen am Elbstrand.

Seit diesem Abend kommt Uli regelmäßig zu uns. Auch Rico, der seit Oktober letzten Jahres in St. Georg logiert, genießt gemeinsam mit den anderen das Gefühl, zu Gast unter Freunden zu sein. Alle sind sich einig, dass der Alltag fern von der eigenen Familie auf diese Weise schöner gestaltet werden kann. „Das kriegste sonst nirgends“, sagt Uli, „ich habe seit einem gefühlten halben Jahr keinen Fernseher mehr angemacht“. Es gibt Geburtstagsgeschenke, eine familiäre Stimmung, Vorfreude auf die bekannten Gesichter, einen Auftritt mit der eigenen Surfrockband im Kitchenclub und unzählige interessante Begegnungen mit anderen Gästen:

Zu erwähnen ist hier zum Beispiel Bea, die alle Zelte abbrach um mit einem Containerschiff nach Brasilien zu reisen; der Komiker Wigald Boning, der ein Jahr lang draußen schlafen wollte und auf der Dachterrasse der Superbude St. Georg seine Plane aufschlug; reihenweise glückliche Paare auf Päärchenurlaub, Paare die sich mit verschiedensten Gegenständen bewerfen; ein Argentinier mit Reiseharfe, der als Museumswächter jobbt oder mit seiner Harfe auf den Straßen musiziert; preisverdächtige Fotografen oder ein dänisches Ehepaar, das gemeinsam auf einem alten Schiff und manchmal in der Superbude wohnt.

Neben der menschlichen Komponente bietet ein Stammhotel auch ein angenehmens Gefühl von Regelmäßigkeit. Irgendwann möchten man wissen wo man ist und nicht jede Woche in einem neuen Hotel, einer neuen Herberge, einem wieder neuen Hostel an immer wieder neuen Rezeptionen stehen – da sind sich alle einig.

Und wenn sie eines Tages woanders arbeiten müssen?, frage ich die IT-ler. „Dann muss eben eine neue Superbude gebaut werden“, ist die geschlossene Antwort.

Ich wünsche all unseren Gästen, Mitbewohnern und Freunden eine erfüllende Zeit in den Superbuden und hoffe, dass Ihr so viel wie möglich bei uns seid und Euch zu Hause fühlt!

Eure Inga aus der Superbude

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Kategorien Allgemein Reisen
Inga Lankenau

Hallo liebe Gäste! Ich bin Inga und arbeite als freie Künstlerin, Illustratorin, Dozentin und als Bloggerin für die zauberschöne Superbude. Auf unserem Superbude-Blog könnt ihr mehr über unsere neuesten Frühstücksaufstrichsrezepte, unsere Lieblingsorte und -Veranstaltungen und über Hamburgerisches und Superbudiges erfahren.

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