Das Tor zum Oberhafenquartier

Das Oberhafenquartier – Hanseaten im Wunderland

Das Tor zum Oberhafenquartier
Das Tor zum Oberhafenquartier

Das SPIEGEL online-Gebäude macht seinem Namen alle Ehre und erschafft eine zweite Sonne. Reale und gespiegelte Nachmittagsschatten kreuzen sich auf dem Asphalt. Die Oberhafenbrücke spannt sich wie ein sonnendurchfluteter, dreidimensionaler Zickzack-Zebrastreifen aus Licht und Schatten vom Stadtdeich Richtung Oberhafenquartier und verfehlt um Haaresbreite ein windschiefes, charmantes Häuslein. Hier ist der Eingang zu einem kaum besuchten Quartier, das in den nächsten Jahren zu einem der aufregendsten Orte Hamburgs avancieren wird.

Das Oberhafenquartier liegt im Nordosten der HafenCity. In den Lagerhallen und Geschosshäusern des ehemaligen Güterbahnhofs sammeln sich seit über zehn Jahren kreative Keimzellen. Während die HafenCity als eines der größen Stadtentwicklungsprojekte Europas summig subventioniert wird, fließen in das 67000 Quadratmeter große Oberhafenquartier vergleichbar wenige Gelder. Das Areal soll für die Kunst- und Kreativbranche erschwinglich bleiben und mit seiner industriellen Schönheit Künstler locken.

Das Oberhafenquartier und seine Bewohner
Das Oberhafenquartier und seine Bewohner

Die Hamburger Kreativ Gesellschaft und die HafenCity GmbH planen einen großformatigen Transformationsprozess: das ehemalige Bahngelände soll im Laufe der nächsten 10-20 Jahre durch Galerien, Konzerträume, Coworking-Spaces, Film- und Fotostudios, Events und Straßenfeste gefüllt werden.

Das ehemalige Bahngelände
Das ehemalige Bahngelände

Das sich langsam belebende Oberhafenquartier ist momentan noch ein Geheimtipp. Nachtfalter werden wie von Geisterhand in Sommernächten von den Flammen des Molochs angelockt; eine Party beginnt im Nirgendwo zu rauschen wie Blätter eines Mangobaumes in der sibirischen Tundra. Die Avantgarde des Untergrundes kommt auf stillgelegten Gleisen in die Gänge.

Das Moloch
Das Moloch

Seit 2 Jahren lagert die Hanseatische Materialverwaltung, ein riesiger Theaterfundus, in Halle 3. Allein für die Besichtigung dieser liebevoll gestalteten Kuriositätensammlung lohnt sich ein Besuch des Oberhafenquartiers. Hier können ehemalige Film- und Theaterrequisiten geliehen oder gekauft werden – erfahrungsgemäß laufen Besucher jedoch beim ersten Mal mit einem Gesichtsausdruck durch die Halle wie Alice durchs Wunderland.

Kuriositätenfundus
hanseatischer, herrlicher Kuriositätenfundus

In Halle 424 betritt der Besucher eine Mischung aus Architekturbüro und David- Lynch-Film, eine großartige Kulisse aus eisernen Kerzenleuchtern, bläulichem Licht, edelhölzernen Tischen und klingenden Sektgläsern. Einmal im Monat gibt es hier Jazz von internationalen Künstlern zu hören; ebenfalls einmal im Monat organisiert der Hamburger Kammerkunstverein ein Feierabendkonzert.

Halle 424
Halle 424

Zusätzlich werden die Hallen von Design-, Setbau, Foto- und Filmstudios wie Kähler & Kähler, form-hamburg, LivingArt oder Chamäleon Service bewohnt. Die Filmfabrique zieht Freiberufler mit ihren überaus hübschen Coworking-Gelegenheiten an. Eingangs erwähntes kleines, windschiefes Häuslein – die Oberhafenkantine – stärkt den Besucher mit hanseatischer Kost. Gastronomische Neubauten sind zu erwarten.

Oberhafenkantine
Die schiefe Oberhafenkantine

Die Logistikhallen des Oberhafenquartiers werden aus Kostengründen weder vor Hochwasser geschützt noch beheizt, so dass die für kulturelle Nutzungen gedachten Orte auf einem niedrigen Preisniveau vermietet werden können. Ab Mitte 2016 wird wahrscheinlich eine Basissanierung stattfinden, damit weitere Hallenbereiche genutzt werden können. Leider wird das Dach des alten Güterbahnhofes die Sanierungen nicht überleben – da der Ort von gewerblicher Nutzung in öffentliche Nutzung übergeht, gelten schärfere Sicherheitsbestimmungen, denen das Bahnhofsdach nicht entsprechen kann. Wer also das komplett bestehende Quartier samt Güterbahnhof sehen möchte, sollte sich beeilen.

Wir empfehlen Euch, dem neuen Kreativquartier schon jetzt einen Besuch abzustatten. Das Geheimtippflair weht noch um die Gebäude; Ihr könnt stundenlang ungestört im Theaterfundus stöbern und Konzerte besuchen, die sich ähnlich geheim anfühlen wie die Mitgliedschaft im Club der toten Dichter. Und: von der Superbude St. Georg aus könnt ihr das zentral gelegene Oberhafenquartier in etwa 15 Minuten erreichen!

Nur über die Oberhafenbrücke ist das Quartier erreichbar
Das Quartier ist zur Zeit nur über die Oberhafenbrücke erreichbar

Wir wünschen allen Verliebten, Familien, Backpackern, Hostel-Stammgästen, Hunden, Kulturfreunden, Partyfans, Nachtfaltern und sonstigen Hamburgreisenden einen großartigen Urlaub in Hamburg und schräge Erlebnisse abseits des Mainstreams!

Eure Superbude

nächste Woche berichtet Danilo über den Relaunch der Superbude St. Georg

 

 

 

Kategorien Allgemein Hamburg Reisen
Inga Lankenau

Hallo liebe Gäste! Ich bin Inga und arbeite als freie Künstlerin, Illustratorin, Dozentin und als Bloggerin für die zauberschöne Superbude. Auf unserem Superbude-Blog könnt ihr mehr über unsere neuesten Frühstücksaufstrichsrezepte, unsere Lieblingsorte und -Veranstaltungen und über Hamburgerisches und Superbudiges erfahren.

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