Rosis Bar

Superbude schnackt aus dem Kiezkästchen: der Hamburger Berg

Der Hamburger Berg war schon im 17. Jahrhundert ein Treffpunkt für Tolle im Sinne des Irrsinns…

Auf dem zwischen den Stadttoren Hamburgs (Millerntor) und Altonas (Nobistor) gelegenen Gebiet wurde zwischen 1605 und 1607 der sogenannte Pesthof erreichtet – ein Krankenhaus für psychisch Kranke oder Opfer von Epidemien. Damals wurden die Kranken in sogenannte „Tollkisten“ eingesperrt, die den ganzen Körper umfassten und ein einziges, handgroßes Loch nach außen hatten.

Einige der ursprünglich namensgebenden Hügel des Hamburger Bergs wurden zwischen 1616 und 1625 abgetragen und zur Neubefestigung der Stadt verwendet. Danach siedelten sich in dem Bezirk außerhalb der Stadtmauern Betriebe an, die innerhalb der Stadtmauern unerwünscht waren oder Platz für ihr Gewerbe brauchten (z.B. Gerber oder Reepschläger)

Der Pesthof wurde im Winter 1813/14 mitsamt des bereits unter dem Namen „Hamburger Berg“ bekannten Vorortes von napoleonischen Truppen zerstört.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Hamburger Berg als Amüsiermeile immer beliebter. Es siedelten sich Gaukler, Prostituierte, Lokalbetreiber und weitere Nachtgestalten an. Diese Entwicklung hat sich bis heute fortgesetzt. Der Hamburger Berg ist jetzt eine Kneipenoase für ein eher jüngeres Publikum.

Obwohl das Leben durch die Charts-Schuppen tobt und wild gefeiert wird, schätzen viele Besucher den Berg aufgrund der geringeren Juggesellenabschiedsdichte, die auf der Reeperbahn selbst um einiges höher ist.

A propos Juggesellenabschiede: es sind schon mehrmals einige Gruppen dieses Genres im Glauben, die Partymeile befände sich in der Innenstadt, dort verschütt gegangen. Falls Ihr also einen Junggesellenabschied in Hamburg feiert, ist die Reeperbahn der place to be. Und: mit Junggesellenabschieden verhält es sich wie mit Tee – manche wollen Tee, manche nicht. Wir wünschen beiden Seiten, dass die manchmal verhärteten Fronten zwischen Junggesellenabschiedlern und Skeptikern respektvoll und gnädig bei einem Kiezbier aufweichen.

Die vielen kleinen Bars mit klangvollen Namen bieten auf dem Hamburger Berg eine bunte Musikmischung, die mit einigen Ausnahmen eher in Richtung Mainstream geht. Dennoch beschreiben Barbesucher auch DJ-Sets wie „Elektro-Balkan-Beats mit französischen 60er Songs“. Es gibt viele Kickertische und Lümmelsofas – sowohl drinnen als auf auf der Straße. Eine der bekanntesten Kneipen ist Rosi’s Bar, die bereits seit 50 Jahren ihr plüschiges Interieur beibehält und stets HVV-rush-hour-voll ist. Auch das kleine, familiäre Bambi ist oft brechend voll, hat aber dennoch viel Versackungspotential. In der Barbarabar gibt’s jeden viele Kickerturniere; Dienstags werden Samba-Funk Jam Sessions veranstaltet, bei denen jeder mitmachen darf; jeden Mittwoch spielt ein Künstler ab 21h ein Live-Set im Rahmen des clubkinder klanglabors.

Einige Kaschemmen des Hamburger Bergs – Villa Kunterbunt, Kiek Ut und Lucky Star I+III – wurden im April 2015 dem Erdboden gleichgemacht. Der Abriss war seit Jahren diskutiert worden. Für Viele Besucher verschwindet mit den alten Bars ein Stück Kiez. Auf dem Gelände soll 2016 ein Neubau mit Eigentumswohnungen und einem zweigeschössigen Club errichtet werden.

Neben den Kneipen und Tanzschuppen gibt’s auf dem Hamburger Berg Deutschlands ältestes Tatoostudio. Hier werden seit 1946 fachmännisch Matrijoschkas, Frikadellen, Totenköpfe, Anker und Schwiegermütter auf sämtliche Körperstellen gemalt und übermalt.

Wir wünschen Euch eine fröhliche Nacht auf dem Hamburger Berg! Falls Ihr Euch auf dem Kiez etwas fachkundig zeigen wollt, empfehlen wir Euch dieses kurze Kiez-Lexikon: http://maedchenfuerallefaelle.com/st-pauli-infos/kiez-lexikon-hamburg/

Eure Superbude

nächste Woche gibt’s Weihnachtsmärkte!

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