Das Knotenpunkt Festival – Tierköpfe und andere Geweihe

Die Hamburger Affenfaust Galerie hat sich in den letzten 2 Jahren als Repräsentanz der urbanen Kunstszene etabliert. Das von ihr kuratierte Urban-Art-Festival Knotenpunkt 14 am 2.-5. Oktober war ein Fest für alle Sinne, knallige Farben und Tiere. Der alte Kolbenhof in Bahrenfeld gab der Straßenkunst ein gebührendes Obdach. Hier haben mehr als 50 Streetart Künstler aus aller Welt auf drei Etagen ihre Werke ausgestellt und den Ausstellungsraum auch auf den Fahrstuhlschacht und die kleinen Räume auf den Zwischenetagen erweitert…

Die Werke wurden für zwischen 120 € und 22 000 € zum Verkauf angeboten.

 

Der Fahrstuhlschacht des alten Fabrikgebäudes scheint auf den ersten Blick mit grünen, wabernden Innereien gefüllt zu sein, was gleichzeitig märchenhaft und ein wenig gruselig-grotesk aussieht. Alex und Sina Greinert arbeiten seit 2011 an Luftballoninstallationen wie dieser im Fahrstuhlschacht und verweben den Reiz von Spielen, Kindheitserinnerungen und Vergänglichkeit.

Die kanadische Künstlerin Laurence Vallières kommentiert mit ihrer überdimensionalen Bärenskulptur in der ersten Etage die Umweltbestimmungen ihres Landes – einerseits werden Pandabären aus China in kanadische Zoos gesperrt, andererseits ist das Überleben der heimischen Eisbären durch das Schmelzen der Polarkappen und die kanadischen Jagdgesetzte stark gefährdet.

Das Streetartkombinat „push“ gestaltet dreidmensionale Schriftzüge aus Hartschäumen, die in freier Straßenwildbahn ausgestellt werden und oft schnell wieder verschwinden. Ihre Werke kann man auch durch die schmalen, schießschartenartigen Gucklöcher eines im Raum hängenden Kubus betrachten – ein Blickwinkel aus dem Verborgenen, der einem das Gefühl einer nächtlichen, heimlichen Spähstunde vermittelt.

Der farbenfreudigen Tradition betonverschönernder Graffittis folgen auch Julia Benz‚ Werke mit ihren leuchtenden Tönen. Die energischen Bilder zeigen Abstraktes und Figürliches, manchmal Lyrisches. Hier werden Bildideen verdichtet, es geht um die Malerei an sich.

Das Künstlerduo „Doppeldenk“ aus Leipzig hat seinen Namen George Orwells Roman „1984“ entnommen. In dem Roman bedeutet „Doppeldenk“, an zwei sich widersprechende Aussagen gleichzeitig zu glauben. Das Duo deutet dies um in Reflektion und die Verbindung komplexer Gedankenwege, die neuen Sinn schafft. Auf den Bildern der beiden Künstler scheinen pinke Wale über der Wüste zu schweben und R2D2 aus Star Wars hat eine völlig neue Lackierung bekommen….

Das großformatigste Bild der Ausstellung mit dem Titel „how to win your heart“ stammt vom Berliner Künstler „El Bocho„. Frauen, Schlangen und Lollis in knalligen roten, orangenen und türkisen Farbtönen erzählen vom Geheimnis der Herzensgewinnung.

Auf jeder Etage ist bei dieser Ausstellung im Kolbenhof die Energie des Neuanfanges und des in der Urban Art steckenden Potentials spürbar. Die Arbeiten schlagen eine Brücke in den Alltag, denn das Kunsttempelhafte großer Museen und Galerien weicht hier einem Gefühl merkwürdiger Vertrautheit. Graffittis sind in Großstädten Alltagsbegleiter, die den Betrachter gleichzeitig an Nicht-Alltägliches erinnern.

Im Rahmen des Knotenpunkt Festivals wurden ab Mitte September auch verschiedene Murals (großformatige Wandbilder) gemalt. Dieses „Mural Kick Off“ bereichert die städtische Farbenpracht zum Beispiel im Gängeviertel durch eine Riesenspinne des Künstlers „Nychos“, oder in Eimsbüttel in der Tornquiststraße mit Elmar Lauses „Supasupa„.

Wir möchten unseren Superbuden-Gästen herzlich ans Herz legen, der Affenfaust Galerie oder dem Knotenpunkt Festival im kommenden Jahr einen Besuch abzustatten. Tragt es Euch am besten jetzt schon einmal in Eure Kalender ein!

Ich wünsche Euch eine farbenprächtige Woche!

Inga

nächste Woche berichten wir für Euch über den Zauber der Hipster!

 

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