Woher kommt die Schokolade?

Die Speise der Götter im Chocoversum

Ein paar diskussionsfreudige Kinder und ich verbrachten letztens beim Frühstücksbuffet in der Superbude St.Georg einige Zeit mit Mutmaßungen und „philosophischen Betrachtungen“ über die Herkunft der Schokolade. Die Kinder schlossen sowohl Theorien über Tiefsee-Ernte, göttliche Brunnen und extraterristische Verführung als auch empirische Untersuchungen der Tiefe des auf dem Thresen stehenden Nutellaglases mit in die Debatte ein. (Smile) Als Frühstück und Nutellaglas sich dem Ende zuneigten, hatten wir unsere wichtigsten Theorien zu Papier gebracht:

Woher kommt die Schokolade?
Woher kommt die Schokolade?

Ein etwa siebenjähriger Junge mit altklug-amüsiertem Blick konstatierte einen erheblichen Nachholbedarf an Schokoladenwissen und empfahl uns, dringend das Hamburger Chocoversum zu besuchen….

So machte ich mich einige Tage später auf den Weg zum zwischen Speicherstadt und Mönckebergstraße gelegenen Chocoversum. Die etwa 90-minütige Führung durch das Schokoladenmuseum zwang mich dazu, die oben angenommenen Theorien zu verwerfen.

Bereits um 1500 v. Chr. brühten die mittelamerikanischen Olmeken Kakaobohnen mit Wasser auf. Auch wenn dieses ungesüßte Urgetränk keine große Ähnlichkeit mit dem heutigen Genusshit hat, war es doch ein Wegbereiter zur Nutzbarmachung des Kakaos als Grundlage der „Speise der Götter“: der Schokolade.

Zucker, Fett und andere Herrlichkeiten wie Serotonin
Zucker, Fett und andere Herrlichkeiten wie Serotonin

Im Chokoversum begleitet der Besucher den Kakao von der Ernte in warmen Ländern nahe des Äquators bis zum fertigen Schokoladenprodukt. An zahlreichen Probierstationen können sowohl die Kakaobohnen samt Fruchtfleisch als auch die frisch hergestellte Edelkakao-Schokolade sowie alle Zwischenschritte geschmacklich erfahrbar werden.

Man kann hier miterleben, wie sich der nussig-glitschig-bittere Geschmack der frisch geernteten Bohne nach der Trocknung unter Bananenblättern und nach der anschließenden Röstung zu einer bitteren, aber unverkennbaren Kakaonote entwickelt.

Wenn die unbrauchbaren Schalen der Bohnen entfernt sind, wird das Innere der Bohne mit je nach Schokoladensorte wechselnder Menge an Milchpulver, Zucker, Emulgatoren und eventuellen Aromen gemischt und in einer sogenannten Conche viele Stunden lang gerührt. Einer Choco-Sage nach erhöhte der Chocolatier Lindt die Rührzeit auf 72 Stunden, nachdem ein Praktikant vergessen hatte, die Conche übers Wochenende auszuschalten und man erkannte, dass das Produkt aromatischer war als zuvor. Neben der Conche werden auch andere bei der Schokoladenherstellung nötige Original -Maschinen aus den 50er Jahren vorgestellt, unter anderem eine trotz ihrer Betagtheit unfassbar schnell verpackende Verpackungsmaschine.

Eigenkreationen
Eigenkreationen

Als besonderes Bonbon darf jeder Besucher des Chocoversums eine eigene Schokolade kreieren: man kann flüssiger Vollmilchschokolade je nach Geschmack verschiedenste Zutaten von Krokant, gerösteten Kakaobohnen, Rosinen und Gummibärchen bis hin zu Chillipulver hinzufügen.

Wer nach dem Besuch noch Schokoladenlust verspürt, kann im „Schoko-Laden“ Kakao-Spezialitäten wie Kakao-Balsamico und Schokoladenbier, aber auch Beauty-Produkte aus Kakaobutter erwerben. Vielleicht ein gutes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen? Schließlich verspeist der Deutsche durchschnittlich 100 Tafeln Schokolade pro Jahr und neun von zehn von uns lieben Schokolade  – wobei einer wahrscheinlich lügt.

Am Ausgang sieht man jedenfalls viele frohe und teilweise bekleckste Gesichter – was nicht von ungefähr kommt, denn der maßvolle Verzehr von Schokolade macht durch den Inhaltsstoff Serotonin („das Glückshormon“) tatsächlich glücklich.

Der Besuch des Chokoversums ist besonders für Eltern mit Schulkindern zu empfehlen, die erfahrungsgemäß einen großen Spaß am Probieren und Kreieren haben und gleichzeitig aber auch schon alt genug zum längeren Zuhören sind. Wir hoffen darauf, dass einige kleine Chokoversumsbesucher beim nächsten Superbuden-Frühstücksbuffet eine eventuelle Fortsetzung der Schokoladenherkunfts-Diskussion mit hilfreichen Fakten unterstützen können!

Mit Sinnen** eure Inga / Superbude

 

 

 

 

 

1 Kommentar zu “Die Speise der Götter im Chocoversum

  1. Inga Lankenau
    Inga Lankenau

    To our english-speaking guests who are planning to visit the Chocoversum: it is recommended to ask for a a translation guide or visit the Chocoversum again in a few years when the translation situation has hopefully improved, since the guided tours and the information panels in the exhibition are in german only.

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